Biographie

Maria Montessoriwurde am 31.08.1870 in Chiaravalle bei Ancona in Italien als Tochter eines Finanzbeamten geboren. Die Familie zog bald danach nach Rom.
An schulischen Leistungen hatte Maria Montessori nichts Außergewöhnliches zu bieten. Mit der Zeit begann sie sich intensiv mit der Mathematik zu beschäftigen.

1886 wechselte sie zu einer naturwissenschaftlich-technischen Sekundarschule. Das war für diese Zeit ungewöhnlich, denn es handelte sich dabei um eine "Jungenschule". Am Ende ihrer Ausbildung wollte Maria Montessori Ärztin werden. Das war ein noch außergewöhnlicherer Wunsch, denn in Italien war damals dieser Beruf ausschließlich den Männern vorbehalten. Trotzdem gelang ihr die Zulassung zum Studium in Rom.

1896 legte Maria Montessori ihre Doktorarbeit vor, bestand das Staatsexamen, spezialisierte sich auf Kinderkrankheiten und arbeitete im kinderpsychiatrischen Bereich.

Durch genaueste Beobachtungen von Kindern im Bereich ihrer medizinischen Arbeit entwickelte sie "sinnesaktivierendes Material" (z.B. die "Geräuschdosen" zur Förderung der akustischen Wahrnehmung).

Sie engagierte sich aber nicht nur medizinisch und pädagogisch für Kinder. Sie versuchte dies auch politisch, z.B. für das Recht des geistig-behinderten Kindes auf Achtung innerhalb der Gesellschaft. Das Problem der Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Schulerfolg war Inhalt ihrer empirischen Forschungen in dieser Zeit.
Wirtschaftliche und soziale Krisen bildeten den Hintergrund ihrer Initiativen zugunsten der ausgebeuteten Kinder in den sizilianischen Minen, die sie auf dem Londoner Frauenkongreß einbrachte.

Ab 1904 war sie Professorin für Anthropologie an der Universität Rom.

Am 06.01.1907 eröffnete Maria Montessori auf Initiative einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft zur unentgeltlichen Betreuung vernachlässigter Vorschulkinder das erste Kinderhauses in San Lorenzo, einen slumähnlichem Viertel Roms.
Mit der Übernahme dieser Institution brachte sie ihr Gedankengut für die Gestaltung der Umgebung des Kindes ein und verwandte erstmals ihr Sinnesmaterial bei Kindern außerhalb ihrer medizinischen Arbeit. Mit der Zeit verfeinerte und systematisierte sie ihre Materialien. Es entstand so ihr bekanntes, didaktisches Material. Wegen der guten "Ergebnisse" im ersten Kinderhaus entstanden im Laufe der Jahre immer mehr "Casa dei bambini".

Ab 1909 legte sie die Ergebnisse ihrer teilnehmenden Beobachtungen und der darauf aufbauenden Prinzipien erstmals schriftlich nieder. Sie gab ihre Praxis als Ärztin auf, übertrug Helferinnen die Leitung der Kinderhäuser und widmete sich von nun an der Ausbildung von Erzieherinnen. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches im Jahre 1909 begann die weltweite Umsetzung der Montessori-Pädagogik.

Am 06.05.1952 starb Maria Montessori in Holland.

Mittlerweile gibt es weltweit Montessori-Einrichtungen. Seit einigen Jahren tastet sich die Montessoripädagogik auch in die ehemaligen "Ostblockländer" vor, wie z.B. nach Russland. Bei uns in Deutschland gibt es Kinderhäuser und Montessori-Schulen.

In Borken/Westfalen gibt es die besondere Aufeinanderfolge von drei Montessori-Einrichtungen, die Kindern im Alter von 10 Monaten bis zu 16 Jahren offen stehen.