Einblicke

Hier können Sie einen Einblick in unsere Aktivitäten erhalten, können Berichte von Veranstaltungen rund um die Montessori-Gesamtschule lesen und Fotos betrachten.
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In einer stimmungsvollen Schulversammlung wurden am letzten Schultag des Schuljahres 2018/2019 die langjährigen Kolleg*innen Lisa Memering und Franz Ridder in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Alle Klassen verabschiedeten sich von ihren Lehrer*innen und überreichten kleine Präsente. So überreichten zum Beispiel die Schüler*innen der Klasse 5 selbstgebackene Kuchen, die Klasse 7 sagte 'Danke' in 28 Sprachen, die Klassen 6 und 8 brachten Lisa und Franz mit Quizfragen zum Schwitzen, die Klasse 9 spielte mit ihren Präsenten auf Lieblingsdinge an und die Kolleg*innen sagten 'Tschüss' mit einem umgedichteten Lied.

Lisa Memering hatte vor 29 Jahren als ABM ihre Tätigkeit in der Gesamtschule begonnen, ehe sie nach einem Jahr als Sonderpädagogin und Englischlehrerin anfing. Franz Ridder, dessen drei Töchter allesamt die Montessori-Einrichtungen von der Spielstube bis zur Gesamtschule durchliefen, arbeitete insgesamt 24 Jahre als Mathematik- und Sportlehrer in der Montessori-Gesamtschule.  

Nachfahren der Borkener Familie Klaber besuchten Borken und vergegenwärtigten sich ihrer Familiengeschichte

Auf einer Reise durch Europa verweilten Larry und Lisa Klaber aus Chicago mit ihren drei Söhnen sowie den zwei in Köln lebenden verwandten Familien Steinebach für einige Stunden in Borken, wo sie auf die Suche nach Spuren ihrer jüdischen Familiengeschichte gingen.

Die jüngste Spur hatte 2011 noch Max, der älteste der Söhne gelegt, als er (damals 15 Jahre alt) als Gesandter seiner Familie für mehrere Tage zu Gast in der Montessori-Gesamtschule war und in dieser Zeit zusammen mit der Stadt Borken die Stolpersteine für seine Urgroßeltern Max und Regine Klaber an die Stelle des ehemaligen Betriebes und Wohnsitzes vor dem Gelände der heutigen Klöcker GmbH an der Ahauser Str. verlegte.

An diese Stelle hatten die geschäftlich sehr umtriebigen und gesellschaftlich engagierten und angesehenen Klabers 1924 ihren Betrieb samt einem neuen Wohnhaus verlegt, nachdem die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Borken eine erfolgreiche Zukunft zu verheißen schienen.

Schon in den 20 Jahren zuvor hatten sie zwischen 1902 und 1914 fünf Kinder geboren, das sechste und letzte Kind –Herbert- kam 1920 zur Welt, nachdem Max Klaber von 1914 bis 1918 viereinhalb Jahre lang freiwillig als Militärsanitäter am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte. Im öffentlichen Leben hatte sich Max Klaber bei den deutschen Turnmeisterschaften schon lange vorher als siegreicher Turner, aber auch als Erfinder einer prämierten klappbaren Sanitätsliege einen Namen gemacht. Auch in der Sanitätskolonne des Roten Kreuzes in Borken war er über viele Jahre verantwortlich engagiert; in der Synagogengemeinde in Gemen war er lange Zeit stellvertretender Vorsitzender. Auch Max Klabers Sohn, Willi Klaber, wurde ein Turner von nationalem Rang und übertraf damit noch das sportliche Engagement seines Vaters. Auch als Handballer war er in Borken aktiv und bekannt.

Nach 1933 halfen der Familie Klaber weder ihre unterschiedslose Eingliederung in die nicht-jüdische Gesellschaft am Ort, noch ihre vielfältigen Verdienste und Erfolge, noch die vielfach bis dahin erfahrene Wertschätzung. Während vier ihrer Kinder noch rechtzeitig auch unter Verwendung verwandtschaftlicher Beziehungen in die Niederlande und in die USA ausreisen und außerhalb Deutschlands nach neuen Möglichkeiten einer Existenzerhaltung suchen konnten, hofften die Eltern, die inzwischen ihres Besitzes und aller ehemaligen Beziehungen beraubt in das sogenannte Judenhaus in Borken eingewiesen worden waren, bis zu ihrer Deportation im Jahr 1942 in vollem Vertrauen auf Gott auf ein Mindestmaß an Respekt und Anerkennung ihrer Lebensleistung und den Schutz ihres Lebens.

Damit zeugen die mit Initiative der Familie verlegten Stolpersteine nicht nur von dem jäh und brutal beendeten Leben der Eheleute Klaber in Theresienstadt und Auschwitz, sondern sie zeugen auch von der Existenz zweier Menschen, die ihr Leben in beeindruckender Weise ihrer Stadt, ihrem Land und ihrer Familie gewidmet haben und damit in ihrer Zeit einen tragenden Teil der Gesellschaft gebildet haben.   

„Die Erinnerung an unsere Groß- und Urgroßeltern und ihre selbstlose Lebensleistung in Borken ist und bleibt ein wichtiger Teil unserer Familiengeschichte. Mitzuerleben, dass die Erinnerung daran auch in der Stadtgeschichte Borkens und in dem Bildungsprogramm der Schulen erhalten bleibt und mit einer Wertschätzung uns gegenüber verbunden, gelebt und weitergegeben wird, bedeutet uns sehr viel. Auf diese Weise fühlen wir uns – vielleicht ein wenig ähnlich wie einst unsere Vorfahren - Borken sehr verbunden“, resümiert der Enkel Larry Klaber den Besuch der 5 Klabers und 8 Steinebachs in Borken und in der Montessori-Gesamtschule, wo sich schnell auch einige der ehemaligen Schüler_innen einfanden, die sich 2011 mit Max an der Verlegung der Stolpersteine beteiligt hatte. 

Das Team MontiBots gemeinsam mit den Lukflotec vom Gymnasium Mariengarden (v.r.): Matthias Balster, Thilo Kreyerhoff, Marlon Koller, Thomas Kreyerhoff

 

Am 24.06.2019 machten sich die Schüler der Legoroboter-AG auf den Weg nach Schwäbisch Gmünd, um am Deutschlandfinale der World Robot Olympiad (WRO) teilzunehmen. Bei dem Wettbewerb geht es darum, einen eigenen LEGO-Roboter zu bauen und zu programmieren, der dann unter Zeitdruck in einem vorgegebenen Parcours bestimmte Aufgaben erledigen muss.

Die Schüler der Montessori-Gesamtschule Borken (Thilo Kreyerhoff, Matthias Balster, Marlon Koller, alle Klasse 8) mussten an den folgenden zwei Tagen ihre Bau- und Programmierfähigkeiten unter Beweis stellen.

Das Schülerteam, das sich selbst Montibots nennt, hatte sich im Regionalwettbewerb in Gronau-Epe gegen andere Teams des Kreises Borken und der Umgebung durchgesetzt und mit dem zweiten Platz die Teilnahme am Deutschlandfinale erreicht. In Schwäbisch Gmünd wurde nun auf dem Spielfeld ausgetragen, welches Team aus Deutschland den besten Lego-Roboter programmiert hat und sich für das Weltfinale im November in Győr, Ungarn, qualifiziert.

Vor Ort präsentierten die insgesamt 36Teams ihre Roboter. Allerdings hatte die Jury den Teams eine besonders knifflige Überraschungsaufgabe gestellt, die die Teams unter Zeitdruck lösen mussten. Gefordert war ein verändertes Abfahren des Parcours, womit die Teams nicht gerechnet hatten. Während die Uhr tickte, mussten Programm und Roboter angepasst werden, um zu versuchen, die Aufgabe zu erfüllen.

Die MontiBots schätzen vor dem Deutschlandfinale ihre Chancen auf das Weltfinale realistisch ein – nur die besten drei Teams reisen nach Ungarn. Am Ende des zweiten Wettkampftages war es der 17. Platz (von 36 teilnehmen Teams in der Altersklasse).

Die Fahrt wurde von Thomas Kreyerhoff und Andreas Balster begleitet. Diese loben die gut organisierte Austragung des Wettbewerbs und heben auch noch einmal hervor, dass die Schüler auf ihre erbrachten Leistungen sehr stolz sein können. Finanziert wurde die Teilnahme von der Montessori Fördergemeinschaft Borken e.V..

 

Autorenlesungen für die Klassen 7/8 und 9

Bereits zum zweiten Mal gelang es Bianca Tarulli, den deutsch-niederländischen Schriftsteller Lutz van Dijk für zwei Autorenlesungen in der Montessori-Gesamtschule zu gewinnen. Der in Kapstadt (Südafrika) und Amsterdam (Niederlande) lebende Autor, kam mit den Schüler*innen der Klassen 7 und 8 über sein Buch ‚Themba‘ ins Gespräch. Sie hatten die Lektüre über den Jungen Themba bereits im Deutschunterricht gelesen und Fragen erarbeitet. Ausgehend von den Fragen der Schüler*innen vermittelte van Dijk auf humorvolle und unbeschwerte Art und Weise viel Wissen über das Leben junger (aidskranker) Menschen in Südafrika und zur Entstehung des Buches.

Gefördert wurde diese Lesung von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

In der zweiten Lesung für die Klasse 9 las der studierte Pädagoge und Historiker aus seinem Buch ‚Verdammt starke Liebe‘. In diesem mittlerweile in mehr als 10 Sprachen übersetzten und unter anderem mit dem renommierten‚Gustav-Heinemann-Friedenspreis‘ ausgezeichneten Buch, geht es um die Liebe zwischen einem polnischen Jugendlichen und einem jungen deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges. Insbesondere die Tatsache, dass es sich um die wahre Lebensgeschichte des Polen Stefan T. Kosinski handelt, zog die Heranwachsenden in ihren Bann. Kosinski, der 2003 verstarb, hatte sich erst im Alter von 65 Jahren geoutet und van Dijk erlaubt, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben.

Entlassfeier 2019

„Keine Überflieger – trotzdem abgehoben“ lautete das diesjährige Motto der Klasse 10. Dies griff Schulleiter Gregor Knors in seiner Begrüßung an die Schüler, Eltern und das Kollegium auf. Er verband seine Sicht auf die Abschlussklasse mit der Parabel ‚Der Aufbruch‘ von Franz Kafka. Der Text provoziere, da er darauf angelegt sei, eindimensionale Vorstellungen vom menschlichen Leben aufzubrechen und zum Nachdenken darüber anzuregen, welche Möglichkeiten sich bieten, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und es verantwortlich zu gestalten.

Die Geschichte vom Aufbruch erinnere daran, dass der junge Mensch, der Freisetzung bedürfe. Die Eltern und auch die Lehrer*innen müssten die Schüler*innen nun gehen lassen, so Knors. Das gemeinsame Leben und Lernen sei nach sechs Schuljahren an der Montessori-Gesamtschule an einen Punkt gebracht worden, wo die Heranwachsenden für ihre Reise bereit seien und sich auf den Weg begeben haben, was sie mit ihrem Motto ‚Keine Überflieger, trotzdem abgehoben‘ deutlich machten.

Carmen Macedo-Rodríguez und Klaus Haddick als Klassenlehrer*innen verglichen ihre Schüler*innen mit Flugobjekten und Vögeln. Für jedes Mitglied der Klasse hatten sie symbolische Fotos ausgewählt, anhand derer sie mit einem Augenzwinkern die Charaktereigenschaften und Besonderheiten der Abgänger aufzeigten. Vom Kolibri über den Heißluftballon bis hin zum Rosinenbomber war alles dabei. Den Heranwachsenden wünschten sie, dass sie immer Lust verspüren, sich weiterzuentwickeln, sich nie mit Stillstand zufrieden geben, den Mut haben, Ungewöhnliches auszuprobieren und die Andersartigkeit anderer als Bereicherung ihres Lebens zu empfinden.

Die Eltern der Klasse 10 überraschten mit einem flotten Tanzflashmob, ehe sie sich mit einer Rede an ihre Kinder und die Lehrer*innen richteten und der Schule zum Abschied das Spiel Spikeball schenkten.

Dass sich die Zehntklässler neben all den zukünftigen schulischen und beruflichen Wegen auf den Weg gemacht haben, wurde in ihren Redebeiträgen, musikalischen Einlagen, Videos und PowerPoint Präsentationen deutlich, die den Rahmen der Abschlussfeier bildeten und in kreativer und nachdenklicher Art den Blick zurück auf 6 Jahre Montessori-Gesamtschule und die Zukunftsträume richteten.

15 Schüler*innen wird ihr Flug in weiterführende Schulen bringen, zwei beginnen eine Berufs-Vorbereitende-Bildungsmaßnahme, 8 starten ihren Flug ins Leben mit einer Ausbildung, zwei bereiten sich in einem weiteren Schuljahr mit vielen Praktika schwerpunktmäßig auf ihren Start ins Leben mit möglichst viel Selbstständigkeit vor und eine Schülerin führt ihr erster Flug gar ins Ausland, um dort neue Erfahrungen zu sammeln.

Entlassen wurden: Fynn Baune, Charlotte Bennemann, Niklas Berthe, Livia Dolega, Luca Dolega, Zoe Eggert, Hendrik Gießing, Paula Heuking, Michael Heuking, Anna-Lena Höbing, Tobias Hottelet, Henry Jätschmann, Simon Kösters, Emily Krüger, Milena Kuhlmann, Louisa Mönkediek, Pierre Reinshagen, Tom Pietzonka, Charlotte Pucher, Emily Reichelt, Pia Schnieders, Johannes Schönefeld, Emil Schumacher, Liyan Simo, Anthony Tchiri, Anna Vissing, Marielle Weier und Simon Wiechert.