„Darf man hier jetzt einfach irgendwo irgendetwas machen?“, so die Frage der ersten Besucher, als die Montessori-Gesamtschule zum Treffpunkt für Mathematikinteressierte aller Altersstufen wurde. Und kurz darauf tummelten sich  insgesamt mehr als 200 Besucher (darunter auch 15 spanische Schülerinnen und Schüler, die gerade „im Austausch“ in der Montessori-Gesamtschule zu Gast sind) in den Räumen, um verschiedenste Zugänge zur Mathematik zu genießen.

In der Aula qualmten die Köpfe über japanischen Zahlenrätseln mit kaum auszusprechenden Namen wie Hashiwokakero und Shuruirupu, in den Klassenräumen duellierten sich Spieler bei Blokus und Pentominos, beim Code des Pharao oder Flash 77. Kinder und Eltern kletterten durch Postkarten, entknoteten Vexiere und verknoteten sich beim Versuch eine Weste loszuwerden ohne die Jacke darüber auszuziehen. Gerade für jüngere Kinder sehr reizvoll, die Tische mit Holzpuzzlen und den „Klickies“, die zu tollen geometrischen Gebilden zusammengesteckt wurden. Stark belagert waren das sogenannte „Königsberger Brückenproblem“, das als begehbares Modell aufgebaut war und die Leonardo-Brücke, die sich durch einen ganzen Klassenraum spannte. Dank des klaren Himmels waren der Mond und große Sterne durch ein großes Spiegelteleskop der Sternfreunde Borken zu betrachten und diese vermittelten nicht nur die Sicht auf den Himmel, sondern auch den Spaß an großen Zahlen, die im Weltall ja üblich sind. Daneben ein Raum mit faszinierenden MMM = Montessori-Mathematik-Materialien. Schulamtsdirektor Siegfried Werner, selbst Montessori-Dozent, führte am „Wurzelbrett“ in das Ziehen der Wurzeln ein, zwei Eltern mit Montessori-Diplom zeigten die Leichtigkeit der Multiplikation und Division an „Schachbrett und Apotheke“.

Eine Schülerin aus Bocholt kommentierte: „ Ich kann Wurzeln ziehen, hatte aber gar nicht verstanden, was ich dabei mache. Jetzt blicke ich das voll. Einfach genial“. Wer noch immer nicht genug hatte, der konnte noch Mathematikfilme anschauen oder Papiere in wundersamen Faltungen zu wunderbaren Origamikunststücken verwandeln. Was meinten die Kinder und Jugendlichen zu der mit großem Aufwand vorbereiteten Aktion der Montessori-Gesamtschule? „Mathe ist total interessant, weil man da einfach auch probieren kann, wenn´s nicht klappt, neu anfangen kann und sich so lange festbeißt, bis es endlich klappt.“, meinte die Neuntklässlerin Nina. Und ihre Freundin Lisann ergänzte: „Ich finde es toll, weil man die Mathematik hier richtig anfassen kann und sich einfach heraussuchen kann, was einem dabei Spaß macht.“ Insgesamt waren ca. 70 Schüler und Eltern im Einsatz, die die Besucher an den einzelnen „Stationen“ betreuten. Das Fazit einer aktiven Mutter: „Das war ein großer Spaß, doch leider bin ich überhaupt nicht dazu gekommen, mir auch mal etwas Interessantes anzusehen, da meine Station ja dauernd belagert war.“  Klappt vielleicht beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt „Mathe ist lecker!“