„Mir reicht´s, ich geh schaukeln“so lautete das Motto der diesjährigen Klasse 10 der Montessori-Gesamtschule, die ihre Entlassfeier wie immer zum größten Teil selbst gestaltete.  „Irgendwann ist Schluss, dann ist es genug, dann geht es auf die Schaukel des Lebens, von der man ja noch nicht genau weiß, wo sie einen hinschaukelt. Wir wissen bloß, wo wir hin möchten und wünschen uns, dass wir in Zukunft „das Kind schon schaukeln“ werden.“, so das Statement der Schülerinnen und Schüler zu ihrem Motto.

In der lebendigen Feier betonten sie in ihren musikalischen Darbietungen mit Gesang, Klavier, Saxophon oder Klarinette, in ihren selbstverfassten Gedichten und Geschichten, in ihren Multimedia- Beiträgen durchgehend, dass die sechs Jahre Montessori-Gesamtschule durchaus auch mit schaukelndem Hin und Her sowie Auf und Ab durchsetzt waren. Herrlich die Gegenüberstellung von erwarteter und angeblich tatsächlich geleisteter Hausaufgabenzeit sowie die von allen erbrachte km-Leistung bei ihren Schulwegen. Lobend wurde immer wieder die gute Klassengemeinschaft beschrieben, in der bedingt durch die inklusive Ausrichtung der Schule, so viele unterschiedliche Schülerpersönlichkeiten vertreten waren. Da wurden u.a. die „Immer-zu spät-Kommer“ und die „Dauerhelfer“ genauso wie die „Quasselstrippen“ und die  „Oberdenker“ genannt. Drei Schülerinnen verteilen an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler Medaillen mit einer Gravur für den besten Klassenclown oder die beste Umarmerin oder die beste Zuhörerin oder den besten „Hallo-Sager“. Beindruckend auch die Darstellung der sechs Klassenfahrten durch eine Animation mit kleinen Spielzeugfiguren. Viele Szenen der Fahrten wurden in wohl immenser Arbeit nachgestellt, fotografiert und zu einem Trickfilm verbunden. Selbst das lodernde Lagerfeuer auf Ameland und die Gondelfahrt in den Obersdorfer Alpen fehlten nicht. Natürlich bezogen sich viele Beiträge auch auf die Lehrerinnen und Lehrer, die mal als Tiere in einer selbstverfassten Geschichte, mal als Gegensätze in einer „Unsere Sicht –Eure Sicht“-Präsentation oder auch in Fotoserien auftauchten. Häufiges herzhaftes Lachen zeigte, dass die dargestellten Personen wohl immer recht gut getroffen, aber alle Darstellungen auch sehr wohlwollend waren.

Schulleiter und Klassenlehrer Hartmuth Schlüter-Müller beschrieb die Klasse als eine, in der schon viele stark im richtigen Leben stünden und gedanklich und praktisch ihren Horizont schon jetzt sehr weit absteckt hätten, sei es durch eine Reihe internationaler Kontakte, durch aktive Teilnahme an Austauschprojekten, an Flüchtlingsprojekten, durch einen interessierten und souveränen Umgang mit Gästen anderer Länder, oder vornehmlich bei den Jungen, durch die Übernahme von verantwortungsvollen Jobs und Tätigkeiten. Aus seiner Sicht haben alle in vieler Hinsicht früh damit begonnen die Lebensräume aktiv zu erweitern, in dieser Welt einen Platz auszufüllen und etwas zu bewegen. Der intensive Kontakt und Austausch untereinander in dieser sehr bunten und gemischten Klassengemeinschaft, in der die unterschiedlichsten Jugendlichen einen Platz einnahmen und mit ihren eigenen Macken und Schwächen, aber auch mit ihren Stärken und allen unterschiedlichen Voraussetzungen sein durften, sei ein Garant dafür, „dass ihr euch selber und euren Gefühlen trauen könnt, dass ihr diese aber auch miteinander aushandelt, überprüft  und auslotet und dann euren Weg sucht.“ Er beglückwünschte alle zu dieser gegenseitigen Leistung und zu der damit verbundenen Erfahrung und war sicher, dass damit alle neben Schule und Elternhaus über ein drittes gutes Fundament verfügen, das ihnen das Bestehen in neuen Zusammenhängen einfach machen werde.

Die Eltern der Entlassklasse überraschten mit einem fantastischen Tanz-Musik-Video, dass sie an einem Wochenende in der Schule und auf dem Schulgelände gedreht hatten. Ihr Geschenk an die Schule hatten sie mit ihren Kindern ebenfalls an einem Wochenende in der Zimmerei Schöttler in Eigenarbeit hergestellt: eine riesige Chill-Sitz-Liege-Bank, die nun allen „Zurückgebliebenen“ in der Montessori-Gesamtschule Freude machen wird.

Die Entlassschülerinnen und Schüler:

Paul  Bahde,  Jannik  Bahde, Charlotte  Bennemann, Julian  Bornemann, Lina  Brösterhaus, Luis  Follmer, Susanne  Haselhoff, Matthias  Heuel, Fabian  Hoffmann, Zoe Rose  Jordan, Hannah  Kissmann, Elena  Knuf, Lisann  Landsknecht, Elena  Lebbing, David  Leiting, Dana Ligges, Annika Schäfer, Lilian  Schmidt, Nina  Schnieders, Chiara  Schnitzer, Till  Schöttler, Corinna  Seidel, Noah Thesing, Sarah  Tietens, Leonie  van den Boom, Lena  Wahl, Philipp  Wiechert, Konstantin  Wiemer, Lyyli Zachej

Film-Beitrag der Entlassschülerinnen und -schüler

Film-Beitrag der Eltern