Wenn eine erwachsene Frau in der Klasse auf die Tische springt, auf die Scheiben schreibt und aus dem Fenster schreit: „Hoch die Hände Wochenende“, dann staunen die SchülerInnen nicht schlecht. So geschehen am Donnerstag in der Montessori Gesamtschule als Bianca Lammert vom Kinder und Jugendtheater Dortmund durch ihre ausdruckstarke Schauspielkunst alle in ihren Bann zog. Aufgeführt wurde das Klassenzimmerstück „fit vor future“ von Knut Winkmann nacheinander in den Klassen 9 und 10.

Frau Millberg (Bianca Lammert) ist viel unterwegs. Sie berät Schüler im Auftrag des ZIZ - Zukunftsinformations Zentrum - in Fragen der Berufs- und Lebensplanung. Eigentlich soll es um Motivation, Selbstoptimierung und eine fundierte Gestaltung der jeweiligen persönlichen Zukunft gehen, doch der Besuch in der Klasse verläuft nicht ganz nach Plan. Der Kollege mit den Eignungsfragen und Persönlichkeits- Tests kommt leider nicht. Frau Millbergs Fassade bröckelt langsam. Sie entscheidet spontan ihr eigenes Programm abzuhalten. Sie erzählt die Geschichte der Geschwister Lena und Johanna, die unterschiedlicher nicht sein können. Lena, immer schon bei allem die Beste, hechelt durch ihr Leben und schafft immer noch mehr und wird allen gerecht, während ihr Schwester Jojo neugierig und offen das Leben chillt: „Ich bin nicht faul, ich schone nur meine Kräfte“.

Doch ist das Stück keinesfalls ein Plädoyer für die Faulheit. Es ermuntert die Schülerinnen vielmehr, das zu tun, was sie selbst für richtig halten und nicht das, was ihnen von außen (Eltern, Schule, Zukunftsinformations-Zentrum) aufgezwungen wird.

Am Ende rät Frau Millberg „neugierig bleiben“ und „Egal, was du träumst, leg los. Verliebte schaffen schließlich auch das Unmögliche“ und erhielt viel Applaus für die gelungene Inszenierung.

Im Anschluss wurde das Gesehene gemeinsam mit Theaterpädagogin Lisa Maria Heigl und Bianca Lammert aufgearbeitet. „Das Stück hat mich sehr berührt“, so brachte Emily Reichelt ihre Begeisterung zum Ausdruck. „Wir versuchen unsere SchülerInnen zu ermuntern, offen für Neues zu sein und Vieles auszuprobieren um eine Idee für ihren Weg zu gewinnen. Das hat das Stück auf eine tolle Art aufgegriffen, die nicht nur bei den Jugendlichen gut ankam“, resümierte Klaus Haddick, Klassenlehrer der Klasse 9, der die Aufführung initiierte.