Seit einigen Jahren findet auch an unserer Grundschule für den 1. und 2. Jahrgang das Projekt “Borkens starke Kinder” statt. Während der 7 Termine die von Kerstin Freitag geführt werden, geht es darum das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken. Sie haben die Möglichkeit ihre eigenen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen und sie sollen den Umgang mit anderen Kindern für Ihren Schulalltag üben. So ungefähr sehen die einzelnen Stunden aus: 

  1. Vorstellung und Kennenlernen
  2. Alles rund um Gefühle
  3. Was kann ich gut? Was kann ich nicht so gut? „Ich bin ein Goldschatz“
  4. Körpersprache und „Stop-Hand“  (mit Rollenspielen)
  5. Gegenseitig Helfen
  6. Gruppe und Gemeinschaft

6-8 Wochen Pause

  1. Reflektion und Erinnerung (Verinnerlichung)

Die Stunden werden abwechslungsreich für die Kinder gehalten. Es gibt immer eine kleine Gesprächsrunde und eine praktische Übung im Wechsel. Es ist schön zu sehen wie die Kinder miteinander umgehen und wie sie sich auf die Rollenspiele einlassen. Ganz wichtig ist, dass jeder in der Gruppe wahrgenommen wird und jeder zu Wort kommen kann. Im Vordergrund steht immer „wie habt ihr Euch bei den Übungen gefühlt“.

In der Fotogalerie sind ein paar Eindrücke aus der 4. Einheit zusammengestellt. Die Stunde startet mit einem Spiel für den „festen Stand“ und Körperhaltung. Paarweise sollen die Kinder ihren Gegenüber aus dem Gleichgewicht bringen. Hier geht es natürlich nicht um Stärke. Die Kinder erfahren, dass Gleichgewicht und Taktik auch einen kleineren und schwächeren Partner zum Gewinner machen kann. Toll ist, dass solche Übungen sichtlich Berührungsängste der Kinder untereinander nehmen.

Als nächstes geht es um Körpersprache. „Wie wirke ich auf andere Kinder wenn ich Kopf und Schultern hängen lasse“ „Wie kann ich Konfliktsituationen mit Körpersprache verhindern“. Nach der Theorie können die Kinder ihre Körperspannung und und festen Stand üben. Die Gruppenleitung versucht sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hier ist große Konzentration bei den Kindern zu spüren.

„Der Kampf gegen mich selbst“ ist eine Einheit in der es ebenfalls wieder darum geht zu erkennen, dass körperliche Kraft nicht Alles ist und darum seine eigene Willenskraft zu schulen. Die Kinder nehmen wieder einen festen Stand ein und heben Ihre Arme seitwärts auf Schulterhöhe. Alle Kinder schaffen dieses Mal, mit eisernem Willen die 2 Minuten Marke zu überschreiten. Viele Kinder und auch Lehrerinnen schaffen es zwischen 2-5 Minuten und einige der Kinder knacken die 5 Minuten Marke - mit Stolz – versteht sich. Frau Freitag berichtet, es sei spannend zu sehen, dass hier eben oft die stilleren Kinder lange durchhalten.

Das letzte Thema dieser Stunde ist die berühmte „Stop-Hand“. Die ich seit dem mein Sohn letztes Jahr schon an diesem Projekt teilgenommen hat, schon sehr oft gehört habe. Mein Sohn würde sie gerne auch außerhalb der Schule als allgemeingültig sehen und er ist immer sehr empört wenn dies bei anderen Kindern nicht der Fall ist. Die „Stop-Hand“ wird von Kerstin Freitag anschaulich erklärt und anhand von kleinen Situationen deutlich gemacht. Ich habe das Gefühl, da das Projekt jetzt schon seit mehreren Schuljahren durchgeführt wird, hat sich diese Regel „die Stop-Hand zu zeigen“ als eindeutig ernstzunehmende Grenze bei den Kindern durchgesetzt. Wird diese Warnung mehrmals klar vorgebracht, der andere nimmt sie aber nicht ernst, dann ist der nächste Schritt für die Kinder sich bei anderen Kindern, Betreuern, Bufdis oder Lehrern Hilfe zu holen.

Ich denke, dieses Projekt ist eine tolle Sache für unsere Kinder. Mein Eindruck war, dass alle Kinder gerne mit Kerstin Freitag für dieses Zusatzangebot zusammen kommen. Ich denke, dass es Ihnen eine tolle Möglichkeit gibt ihre eigenen Grenzen und die Anderer besser kennenzulernen.

Link zur Bildergalerie.

(Britta Huvers)