Achtung, … durchhalten! - es wird nun kurz recht unterrichtend:

Kindertagesstätten sind längst mehr als nur ein Ort, an dem Kinder spielen. Zwar nimmt jede Kindertageseinrichtung heute bereits fragmentär Aufgaben wahr, die konstituierend für ein Familienzentrum sind: Elemente einer "Zusammenarbeit mit Familien" - wie z.B. Elterngespräche, Elternberatung, Familienfeste; Elemente der Zusammenarbeit mit Institutionen - wie z.B. Frühförderung, Psychologische Beratungsstelle, Therapeuten, Soziale Dienste, Kinderärzte; Elemente der Sprachförderung - wie z.B. im Zusammenhang mit Spracherwerb und Zweitspracherwerb oder der Zusammenarbeit mit Logopäden (Braun, Kita aktuell. Die Zukunft unserer Kinder sind Familienzentren!, in: Bostelmann, Textor (Hg.), Das Kita-Handbuch, 02/ 2006, S. 31-34). Gleichwohl bietet eine Verteilung vom Land NRW bereitgestellter Mittel den örtlichen Jugendämtern seit 2006 die Möglichkeit, sozialräumliche Bedarfslagen aufzudecken und flexibel zu berücksichtigen. Kurzum: Bei einem Familienzentrum geht es um Hilfs- und Unterstützungsangebote, die die Kita gemeinsam mit anderen Anbietern erbringt oder dorthin vermittelt. Voraussetzung ist natürlich ein gut funktionierendes Netzwerk.

In Nordrhein-Westfalen gab es im Kindergartenjahr 2017/2018 insgesamt 2.495 Familienzentren, die vom Land mit 36,9 Millionen Euro gefördert werden (vgl. Pressemitteilung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Landesregierung fördert bis zu 150 neue Familienzentren: Wichtiger Schritt zu mehr Chancengleichheit, 22.02.2018). Mit den neuen Einrichtungen wird es dann im Kindergartenjahr 2019/2020 bis zu 2.645 Familienzentren geben.

Aktuell wird nun auch unser Montessori Kinderhaus in Borken nach und nach zu einem Familienzentrum ausgebaut. Es klingt nach einem Mammut-Projekt, doch mit Sina Bosse haben wir aus elterlichen Reihen eine frühpädagogische Fachkraft gewonnen, die uns auf dem Weg tatkräftig unterstützt, unsere spezifischen Bedarfslagen analysiert und die Ideen von uns Eltern letztlich umzusetzen sucht. Wir können als Eltern also aktiv mitgestalten!

!!! Bitte gebt noch bis zum 11.10.2019 die Fragebögen im Kinderhaus ab !!!

Wir haben die tolle Möglichkeit, dass unser Kinderhaus als Familienzentrum auf diese Weise einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten kann!

 

Dorothee Held