Montessori-Gesamtschule Borken erweitert internationale Lernwege
In Deutschland gibt es aktuell nur 1.396 akkreditierte Schulen des ERASMUS+ Programms der Europäischen Union. Mit großer Freude wurde daher Ende Februar 2026 die Erasmus-Akkreditierung durch die Kultusministerkonferenz im Kollegium der Montessori-Gesamtschule aufgenommen. Ab sofort können Fördermittel für Austauschprogramme, Auslandsaufenthalte und Hospitationen im europäischen Ausland beantragt werden. Neben dem seit über zehn Jahren bestehenden Schüleraustausch mit der Partnerschule IES Hipatia in Sevilla (Spanien) können nun auch weitere, sogenannte Lernmobilitäten, wie Gruppenaustausche, Auslandsaufenthalte und Praktika für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen oder Hospitationen für Lehrkräfte umgesetzt werden.
Die Akkreditierung ist mehr als eine Projektzusage für eine einzelne Reise. Sie basiert auf einem Erasmus-Plan zur Organisationsentwicklung. Schulen legen darin Ziele fest, planen Maßnahmen und verankern Erasmus+ als Bestandteil der langfristigen Schulentwicklung. Der Erasmus-Plan muss spätestens nach fünf Jahren aktualisiert werden. In der Praxis bedeutet das: Statt jedes Vorhaben neu als Einzelprojekt zu beantragen, können akkreditierte Einrichtungen einmal im Jahr Mittel anfordern und ihre Mobilitäten flexibel an schulische Bedarfe anpassen.
Gleichzeitig ist die Akkreditierung an verbindliche Qualitätsanforderungen gekoppelt und ähnelt damit einem Qualitätssiegel. Mit ihr wird bestätigt, dass ein belastbarer Plan für hochwertige Mobilitäten vorliegt. Schulen verpflichten sich zudem zur Einhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards – darunter Vorbereitung, Betreuung und Sicherheit, klare Lernziele und Lernergebnisse, Inklusion, Nachhaltigkeit und eine sinnvolle Nutzung digitaler Möglichkeiten. Inhaltlich orientiert sich Erasmus+ seit 2021 an vier Schwerpunkten: Demokratiebildung und europäische Werte, Green Erasmus und Nachhaltigkeit, Inklusion und Vielfalt sowie Medienkompetenz und digitale Bildung.
Ein zentrales Profilmerkmal der Montessori-Gesamtschule ist, dass die Erasmus+-Angebote ausdrücklich als Förderung und Forderung für alle Schülerinnen und Schüler aller Leistungsniveaus angelegt sind. Das Programm setzt auf Teilhabe und will Barrieren abbauen, zugleich eröffnet es leistungsstarken Jugendlichen zusätzliche Lernräume, die über Noten und Fachwissen hinausgehen. Der Montessori-Ansatz stärkt dabei Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Selbststeuerung, Verantwortung und kooperatives Arbeiten; Mobilitäten bieten den „Realitätscheck“ in neuen kulturellen und sprachlichen Kontexten. Typische Lernerträge sind interkultureller Perspektivwechsel, Kommunikationsfähigkeit, Resilienz und Problemlösefähigkeit – Fähigkeiten, die in Ausbildung, Studium und Beruf dauerhaft relevant bleiben.